Grasendes Vieh auf hohen Alm

Alm als Kulturlandschaft

Ein empfindlicher Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum

Die Almen in den Dolomiten, mit ihrem bunten Blumenkleid, dem Klang der Kuhschellen von zufrieden grasendem Vieh und den Einkehrmöglichkeiten bei der Wanderung scheinen manchem selbstverständlich. Doch ohne die traditionelle und jahrhundertelange Bewirtschaftung durch Generationen, ohne ständige Pflege und regelmäßiges Beweiden würde ein Großteil der Almen wieder verwildern.

Der Zweck der Almwirtschaft ist von Alters her die Nutzung des Weidelandes in hochgelegenen Gebieten. Die Weideflächen auf den Almen entlasten die Bauern im Tal während des Sommers, erweitern das Futterangebot und fördern die Gesundheit der Tiere. Zudem sind gepflegte Alm- und Weideflächen für den Wasserhaushalt und für den Erosionsschutz von großer Bedeutung. Auch die Biodiversität im Almgebiet wird durch die wirtschaftliche Nutzung gefördert. Kaum irgendwo gibt es in der Landwirtschaft noch so viel Artenvielfalt.

Die Almwirtschaft hat einen sehr hohen Stellenwert in Südtirol. Sie prägt die Berglandwirtschaft und damit die Kulturlandschaft Südtirols.
Hirte Roland mit seinem Almvieh

Almabtrieb in Villnöss

Beim traditionellen Almabtrieb am vorletzten Wochenende im September werden die Kühe wieder zurück ins Tal gebracht. Und genau das wird mit einem Festzug richtig gefeiert. Die Kühe sind bei der Rückkehr von der Alm sehr schön und aufwendig geschmückt: Die Leitkuh und die darauf folgenden Kühe tragen Kränze, die mit kunstvollen Stickereien verziehrt sind. Die Bäuerinnen verköstigen die Schaulustigen mit traditioneller Kost, wie "Krapfen", "Strauben" und "Tirtln". Umrahmt wird der Almabtrieb mit volkstümlicher Musik, den “Goasslschnöllern” oder einer Volkstanz- oder Schuhplattlergruppe. Ein richtiges Fest also, das den Herbst und die kalte Jahreszeit einläutet.
Die Blumenpracht auf den Almen ist besonders eindrucksvoll.
teamblau