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Kultur

Die Filialkirche von St. Valentin

Diese Kirche wird sicher 1303, vielleicht aber schon 1090 erwähnt. Der Kirchturm mit Stein-Pyramidenhelm ist romanisch (Steinkopf 13. Jh.). Geöffnet von Juni bis Ende Oktober Di und Do 16.00 - 18.00 Uhr

Die Filialkirche von St. Valentin

Die einschiffige Kirche selbst wurde um 1480 eingewölbt (vorher flachgedeckt) und mit einem gotischen polygonalen Chor versehen. Als Stützen des asymmetrischen Gewölbes finden wir außen Dreieckstreben und zwei viereckige Strebepfeiler an der Fassade.

Außen fallen ein alter, massiver Opferstock mit Datum "1576" und ein Christophorusfresko mit Bordüre und Granatbuckelornament aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts auf. Leuchtend sind heute noch die Farben, herrlich ist der junge Heilige gezeichnet, mit weit geöffneten Augen, in denen sich Staunen mit viel Fragen mischt.

Bei der Restaurierung der Kirche 1975 konnten an der Südwand des Langhausinnern größere Reste eines Gemäldes von St. Georgs Drachenkampf aus der Zeit vor der Einwölbung (1. Hälfte des 15. Jh.s) freigelegt werden. Es stammt nach Karl Gruber aus der Schule des Meisters Hans von Bruneck, der u. a. im benachbarten Gufidaun die Kapelle der Koburg ausmalte. Das Wertvollste dieser Kirche ist der Flügelaltar (um 1500).

Wir sehen überall typisch spätgotische Formen, lebhafte Bewegung, reiches Rankenwerk, knitterigen Faltenwurf und Eselsrückenwimperge. Der oben gerade abschließende, nach vorne gebogene Schrein zeigt auf maßwerkverziertem Sockel und unter Baldachinen die drei Hauptfiguren: Maria mit dem Kind, würdevoll in aller Lieblichkeit, St. Valentin und St. Wolfgang, gewinnende und unmittelbar ansprechende Plastiken. Das Kind auf dem Schoße Mariens ist kaum ursprünglich. Die niedrigen Predellaflügel und eine der drei Predellafiguren fehlen seit längerer Zeit.

In die Predellanische war vorübergehend ein Barocktabernakel eingeschoben, der sich nunmehr in St. Jakob befindet. Die Halbreliefs an den Altarflügeln stellen Heilige dar: in der oberen Reihe: Veronika(?), Helena, eine gekrönte Heilige und Magdalena mit dem Salbengefäß; in der unteren Reihe: Florian in Bürgertracht, Georg, Mauritius und Martin mit dem Bettler. Die gut gemalten Bildthemen auf den Außenseiten der Altarflügel sind aus der Legende des Kirchenpatrons entnommen. Wir sehen St. Valentin vor Kaiser Claudius, eine sehr bewegte Gruppe, ferner den Heiligen in einem Zimmer, wie er den Sohn des Rhetors Kraton von der Fallsucht heilt; St. Valentin im Gefängnis, der einem blinden Mädchen durch seinen Segen das Augenlicht gibt. Abschließend ist das Martyrium des Heiligen dargestellt: Er wird mit Knütteln erschlagen.

Die Bilder sind gut erhalten, flott gemalt, haben eine schöne Farbgebung und einen natürlich gezeichneten Hintergrund. Im Aufsatz des Altars (Gespreng) sind zwischen Streben eine Kreuzigungsgruppe und zwei sehr gut gearbeitete Büsten: Barbara und St. Katharina. Das Schnitzwerk stammt von einem Brixner Meister aus der Klocker-Werkstatt. Der Maler der Flügelbilder steht in der Nachfolge Michael Pachers.

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